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Der Befall
mit Luftsackmilben wird oft überschätzt. Vor zehn Jahren noch wurden in vielen
Zuchten starke Insektizide eingesetzt, weil vermutet wurde, dass die Atemnot bei
einzelnen Vögeln durch Luftsackmilben verursacht wurde. Tatsächlich dürfte es
sich auch schon damals überwiegend um den Befall mit Trichomonaden (vorstehend
E.) gehandelt haben.
Luftsackmilben sind 0,7 mm groß und leben in den Luftsäcken der Kanarienvögel.
Die Übertragung erfolgt rasch von Tier zu Tier bei der Jungenaufzucht oder aber
über das Trinkwasser. Von der Infektion bis hin zum Auftreten der ersten
Krankheitszeichen wie Atemnot und rasselnde Geräusche beim Atmen können Monate
vergehen.
Kanarienhähne stellen häufig als erstes den Gesang ein, gelegentlich wird
Kopfschleudern beobachtet.
Die Milben können bei Durchleuchtung der Luftröhre gesehen werden. Hierzu wird
der Halsbereich des Vogels angefeuchtet und leicht gestreckt vor eine starke
Lichtquelle gehalten. In der Luftröhre sieht man kleine schwarze Punkte bei
infizierten Vögeln.
Der Verlauf des Befalls endet über kurz oder lang zum Tode, da die Milben bis
hinunter in die Lungen wandern und dort den Erstickungstod verursachen.
Behandlung: In jedem Fall sollte der gesamte Bestand behandelt werden, das heißt
auch die Vögel, die keine Symtome zeigen.
Jeder einzelne Vogel erhält ein vom Tierarzt verordnetes Insektizid (Trichlorphon-Neguvon
- 1,2,Propylenglykol) auf den Rücken zwischen die Schulterblätter geträufelt.
Die Behandlung muss dreimal, am 1., 5. und 9. Tag durchgeführt werden.
Das Aufhängen von Insektenstrips in den Volieren belastet nur die Vögel.
Luftsackmilben werden hierdurch allenfalls in den oberen Atemwegen abgetötet, in
den Lungen können sie überleben und den Vogel weiter schädigen.
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