Viren
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Krankheiten |
Die
schlimmste Krankheit bei den Kanarienvögeln ist eine Infektion mit dem
Kanarienpocken-Virus. Die Ansteckung erfolgt auf Ausstellungen oder nach Zukauf
infizierter Tiere oder auch durch Menschen, die zuvor infizierte Tiere berührt
haben. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 16 Tage. Nach Ausbruch der Krankheit
stirbt fast der ganze Bestand innerhalb von nur wenigen Stunden. Die infizierten
Tiere zeigen Knötchen an den Hornteilen und an den Schnabelwinkeln. Es kommt zu
massiven Atemstörungen, die Vögel ersticken recht schnell an den durch das Virus
verursachten käsigen Auflagerungen in den Atemwegen. Einige wenige Tiere können
überleben, bei anderen wird die Krankheit chronisch, ohne zum Tode zu führen. In
jedem Fall sind solche Vögel aber Virusträger, die neue, gesunde Vögel
gefährden. Behandlung: Nach Ausbruch der Krankheit ist eine Behandlung wenig Erfolg versprechend. Die infizierten Tiere sollten eingeschläfert werden, eine Notzimpfung kann versucht werden. Besser ist daher die rechtzeitige, vorbeugende, einmal jährliche Impfung des Bestands mit dem Poulac P Canary Impfstoff der Firma Fort Dodge Animal Health Benelux B.V., Belgien. Der Impfstoff ist in Deutschland leider nicht erhältlich, kann aber von den Tierärzten aus Belgien beschafft werden. Die Impfung erfolgt mit einer Doppelnadel, in die eine Kerbe für die Impfstoffaufnahme enthalten ist, durch Einstich in die Flügelspannhaut jedes einzelnen Vogels. Nach etwa einer Woche entstehen an der Einstichstelle zwei Stecknadelkopf große Impfpocken. Nach einer weiteren Woche besteht Impfschutz für bis zu ein Jahr. Alle ernsthaften Züchter impfen einmal jährlich ihren Vogelbestand, um dieser schlimmen Krankheit keine Chance zu lassen. Allerdings sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Impfung mit einem abgeschwächten Lebendvirus erfolgt, weshalb durch Zukauf von geimpften Tieren in einem nicht geimpftem Bestand das Virus ausbrechen kann. Dabei kommt es zwar weniger häufig zu Todesfällen, die Vögel zeigen jedoch deutliche Krankheitsanzeichen, wie Pocken und vor allem Atemnot.
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